Ungespitzt in den Boden gerammt

Die Centrum Pfähle GmbH aus Germaringen sorgt mit ihren Stahlbeton-Fertigteilpfählen für einen stabilen Untergrund der neuen Illerbrücke bei Kempten-Hirschdorf

Seit April 2025 wird die Illerbrücke bei Kempten-Hirschdorf in einem Gemeinschaftsprojekt der Stadt Kempten und des Landkreises Oberallgäu neu errichtet. Für die Standsicherheit der neuen Brücke sorgt die Firma Centrum Pfähle. Sie baut, liefert und versenkt rund 150 Stahlbetonpfähle in den Boden, um den Untergrund zu stabilisieren.

Beeindruckt beobachten wir am gegenüberliegenden Ufer der Iller, wie die schwere Ramme die Stahlbeton-Fertigpfähle für die neue Brücke am Ortsausgang von Hirschdorf Zentimeter für Zentimeter scheinbar widerstandslos in den Boden treibt. Kein Wunder, erklärt Robert Fiener, Geschäftsführer der Centrum Pfähle GmbH in Germaringen. Schließlich werden die Pfähle hydraulisch in den Boden gerammt, mittels eines sogenannten „Bären“, der zwischen 5 und 7 Tonnen wiegt und von oben auf die Pfähle fällt.

Je nach Länge der Pfähle und auch abhängig davon, wie das Erdreich beschaffen ist, kann es bis zu 15 Minuten dauern, bis ein Pfahl vollends im Boden versenkt ist. Die Pfähle werden in drei Teilstücken angeliefert, die einzelnen Teile über das spezielle Centrum-Kupplungssystem stabil miteinander verbunden.

Rund 150 Pfähle liefert der firmeneigene LKW am Illerufer an. Sie haben einen Querschnitt von 35/35 cm und sind zwischen 31 und 35 Meter lang. Zudem sind die Pfähle mit einer extra Bewehrung versehen. Die Stahlbeton-Fertigpfähle wurden im „Centrum“ Pfahlwerk in Germaringen hergestellt. Da die Pfähle mittels Verdrängung in den Boden gerammt werden, spart das nicht nur Zeit, sondern auch Ressourcen. Es ist weder ein Aushub noch ein aufwendiges Zubetonieren von Bohrlöchern notwendig. Innerhalb von rund fünf Wochen werden wohl alle Pfähle im Boden versenkt sein, schätzt Robert Fiener.

Die neue Illerbrücke

Die Kosten für die Errichtung der neuen Illerbrücke bei Hirschdorf betragen rund zwölf Millionen Euro. Dabei wird die Regierung von Schwaben voraussichtlich 80 Prozent der Kosten fördern. Das Bauwerk ist als Stahlbetonbrücke mit einem Mittelpfeiler und einer Spannweite von etwa 84 Metern geplant. Die Stahlträger werden in witterungsbeständigem Stahl, der Überbau in Stahlbetonweise gefertigt. An der Südseite wird ein Rad- und Fußweg eingerichtet. Ende 2026 soll die Brücke fertiggestellt sein.

Centrum Pfähle in Germaringen

Die Firma Centrum Pfähle GmbH aus Germaringen gehört zur weltweit tätigen dänischen Aarsleff-Group. Centrum Pfähle hat sich auf die Produktion von Fertigteil-Rammpfählen spezialisiert. Das Werk in Germaringen ist das jüngste von insgesamt fünf Pfahlwerken – 2016 wurde dort der erste Fertigteilpfahl hergestellt. Begonnen hat die Geschichte des Unternehmens Aarsleff bereits 1965 mit der ersten Fabrik in Dänemark. Auch in Schweden, Polen und Großbritannien befinden sich Werke. Dort werden vollautomatisiert unterschiedliche Pfahltypen produziert, die für beinahe jede Tiefgründung eine zuverlässige und sichere Lösung bieten.

Der Einsatz von Holzpfählen als Tiefgründung für Bauwerke hat eine lange Geschichte, erzählt Robert Fiener. Schon beim Siedlungsbeginn der Menschheit wurden sie eingesetzt. Vorgefertigte Betonpfähle werden seit Ende des 19. Jahrhunderts genutzt.

Produktion mit hoher Präzision

Die Produktion der Stahlbeton-Fertigpfähle aus Germaringen ist automatisiert und genormt. So werden die Bewehrungskörbe in einer vollautomatischen Anlage unter Einsatz eines elektronisch gesteuerten Schweißroboters präzise geschweißt. Die Stahlschalungen sind speziell für die Pfähle angefertigt. In diese Schalungen wird der Beton mit einer Betonieranlage gegossen und verdichtet.

Durch diese moderne Herstellung sind die Pfähle von gleichbleibend hoher Qualität, vielseitig einsetzbar und für beinahe alle Baugrundbeschaffenheiten nutzbar.

Der „sanfte“ Schraubenpfahl

Für schwimmende Gründungen und auch für den innerstädtischen Einsatz hat Centrum Pfähle den Schraubenpfahl entwickelt. Der CPSP – Center Prefabricated Screw Post – ist ein vorgefertigter Betonfundamentpfahl mit einem Außengewinde und einer Stahlspitze.

Auch der Schraubpfahl ist ein Verdrängungspfahl, im Gegensatz zum Rammpfahl jedoch mit geräuscharmer und vibrationsfreier Installation.

Auf der Bauma in München konnte Centrum Pfähle jüngst den neuen Schraubenpfahl auf dem Stand der Firma Bauer aus Schrobenhausen präsentieren.

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Autor: Eva Veit

Bildnachweis: Centrum Pfähle

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